Öffnungszeiten:  Mo‑Fr  08:00‑19:00  Sa  09:00‑18:00
Telefon:  05441-5449555

Warum zu viele Smartphone-Anwendungen schaden

PC Doktor Diepholz > Allgemein > Handys > Warum zu viele Smartphone-Anwendungen schaden
Warum zu viele Smartphone-Anwendungen schaden

Spiele, Nachrichtendienste, Zeitungen, Dienstprogramme und Fotobearbeitung: Im Durchschnitt haben Menschen fast 100 Apps auf dem Smartphone. Davon benutzen wir aber nur einen Bruchteil wirklich regelmäßig. Experten erklären, warum man sich von überflüssigen Anwendungen verabschieden sollte.

Wie viele Apps haben Sie auf dem Handy? Und wie viele benutzen Sie wirklich davon? Diesen Fragen ist der App-Analyse-Dienstleister App Annie auf den Grund gegangen. Laut der Erhebung habe jeder Smartphone-Nutzer 2018 durchschnittlich 95 Apps installiert. Jeden Monat genutzt wurden davon aber nur 35.

Unnötige Apps, die man kaum oder gar nicht nutzt, werden oft nicht gelöscht. Der Home-Bildschirm wird immer voller und unübersichtlicher und auch technisch bringen zu viele ungenutzte Apps einen Nachteil.

Smartphone-Apps bremsen im Hintergrund

Je nach Gerät können Apps die Leistung beeinträchtigen. „Wenn man Apps installiert, muss man sich bewusst sein, dass viele davon Dienste im Hintergrund haben“, erklärt Alexander Vukcevic vom IT-Sicherheitsunternehmen Avira. So würden etwa Wetter- oder Nachrichten-Apps Veränderungen oder News regelmäßig abfragen.

Dies sei selbst bei Anwendungen der Fall, die nicht geöffnet sind. Bei einer hohen Anzahl von Apps mit Hintergrunddiensten könnten die ständigen Nachfragen das Handy verlangsamen und die Batterielaufzeit beeinträchtigen, so Vukcevic.

Ungewollte Zugriffe im Hintergrund

Oft sind sich Nutzer auch nicht im Klaren darüber, worauf Anwendungen im Hintergrund zugreifen können. Christian Funk von der IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Labs erklärt, dass manche Apps versuchen, Daten abzugreifen, die mit ihrer Funktion nichts zu tun haben: „Ein klassisches Beispiel ist die Taschenlampen-App, die zum Beispiel Zugriff auf die Kontakte will.“

Das kann gefährlich werden. „Wenn persönliche Informationen an Dritte geraten, können diese sie mit krimineller Energie nutzen“, warnt Funk. Private Kontakte könnten zum Beispiel missbraucht werden, um Phishing-E-Mails authentischer aussehen zu lassen und Nutzer dazu zu bringen, dubiose Links in einer Nachricht anzuklicken.

Berechtigungen wieder entziehen

Man sollte also genau abwägen, welcher App man welchen Zugriff gewährt. Ganz ohne Berechtigungen gehe es natürlich nicht, sagt Funk – und nennt ein Beispiel: „Wenn ich eine App mit Fotofiltern habe, braucht die Zugriff auf meine Fotos.“

Es gibt aber einen wichtigen Unterschied zwischen Android und iPhone, was die Berechtigungen angeht: Während bei Android-Handys bei der Installation einer App nur alle Berechtigungen auf einen Schlag gewährt werden können oder die Installation alternativ abgebrochen werden muss, wird bei einer iPhone-Installation jede Berechtigung einzeln zur Autorisierung abgefragt.

Deshalb ist es bei Android umso wichtiger, nach der Installation einer neuen App noch einmal in die Einstellungen unter „Apps“ und „App-Berechtigungen“ zu gehen und dort zu kontrollieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Das geht beim iPhone natürlich auch, und zwar unter dem Menüpunkt „Datenschutz“.

Entwickler umgehen Berechtigungssystem

Einige Android-Entwickler umgehen das Berechtigungssystem aber. In einer Studie fanden Forscher des International Computer Science Institute (ICSI) in Kalifornien heraus, dass viele Apps Daten sammeln, obwohl ihr Zugriff beschränkt wurde.

„Beim Android Server haben Apps mehr Möglichkeit, auf Daten zuzugreifen, die auf dem Device liegen, als auf dem iPhone“, sagt auch Vukcevic. Umsicht bei der App-Auswahl und -Installation ist also insbesondere bei Android-Geräten geboten. Und: Apps sollten aus einer vertrauenswürdigen Quelle wie dem Google Play Store kommen.

Einmal im Monat aufräumen

Nicht nur aus Sicherheitsgründen sollte man ab und zu aufzuräumen. Je mehr Apps man installiert, desto mehr Benachrichtigungen erhält man auf dem Home-Bildschirm. „Es blinkt und ploppt halt immer irgendetwas auf“, sagt Stefanie Adam, die als Coach arbeitet.

Sie rät, unnötige Apps primär nach Brauchbarkeit zu sortieren, Benachrichtigungen abzustellen und die App-Symbole auf dem Home-Bildschirm in Ordner zu gruppieren. Man sollte das Handy als Werkzeugkasten betrachten: Was nicht nützlich ist, kann weg. „Eine regelmäßige Inventur ist stark anzuraten“, sagt auch Christian Funk. Er rät, fortlaufend alle Apps zu löschen, die man im letzten Monat nicht benutzt hat. (awa/dpa)

Schreibe einen Kommentar